Dekanatspartnerschaft
mit Tansania: Tumaini-Projekt
2010-04-12,
Tansania
"Wasser für Tumaini"
... ist unser Großprojekt 2009/2010. Das Dekanat Freising arbeitet dabei mit dem Arbeitskreis Entwicklungshilfe Eching e.V. zusammen. Auch der Landesjugendkonvent der Evangelischen Jugend Bayern unterstützt das Projekt, die EJ in fünf bayerischen Dekanaten hat sich bereits angeschlossen.
Das Projekt umfasst den Bau eines Tiefbohr-Brunnens, Errichtung eines Wasserturms mit Pumpe, 10.000-Liter-Tank und Generator sowie Sanierung der alten Wasserleitungen.Probebohrungen im Januar 2009 zeigten: in 100 m Tiefe ist gute Wasserqualität vorhanden.November 2009: Mit Unterstützung der Schweizer Entwicklungshilfe-Organisation SolidarMed wird die Brunnenbohrung durchgeführt.
Januar 2010: Errichtung des Wasserturms (Bilder Water Tower 1,3,4,6)
(Jugend-)Begegnung:
Vom 5. bis 25. September 2010 werden 6 Gäste aus Tumaini zu Gast in unserem Dekanat sein.
Mit Jugendlichen aus unseren Gemeinden verbringen sie vom 5. bis 13.9. eine Begegnungswoche im Naturfreundehaus Marzling. Danach besuchen sie je eine Woche Gemeinden im Landkreis Freising und im Landkreis Erding.
Vernetzung der Nordpartner:
Im Rahmen des 2.ÖKT erwarten wir im Mai Vertreter verschiedener Partnerorganisationen, die mit der Ulanga-Kilombero-Diözese und dem Tumaini Lutheran Seminary Kontakte pflegen. Zu diesem "Nordpartner-Treffen" haben sich bisher Gäste aus Hamburg, Leipzig und der Idaho-Synode in USA Gäste angesagt.
Partnerschaftsgottesdienst:
Um das Thema "Gast sein - Gäste haben" wird sich der Partnerschafts-Gottesdienst drehen, den die meisten unserer Dekanatsgemeinden am 11. Juli 2010 feiern. Karibu sana - herzlich willkommen!
2008-10-27,
Tansania
Jugendbegegnung in Tansania
„Give me udongo“. Erwartungsvoll streckt Sophia ihre lehmverschmierten Arme aus, um den nächsten Klumpen in Empfang zu nehmen.
Schwungvoll reicht sie die tropfende Masse dann an Laura weiter. Mit gut 20 deutschen und tansanischen Mädchen arbeiten beide in der großen
Lehmgrube auf dem Schulgelände von Tumaini.
Im Laufschritt bringen ihnen die männlichen Schüler hölzerne Ziegelformen an den Grubenrand, um die von den Mädchen gefüllten
Formen kurz danach zum Trockenplatz zu bringen.
Zwei Wochen lang waren 9 Jugendliche aus den Gemeinden des Dekanats Freising in der Tumaini Sekundarschule zu Besuch. Mit einer Begegnungsgruppe ausgewählt
aus den insgesamt 380 SchülerInnen, besuchten sie den Unterricht, Gottesdienste und Konferenzen. Und legten dazwischen kräftig selbst Hand an.
Ob in selbstgestalteten Unterrichtsstunden wie „Einführung in die deutsche Sprache“, einem PC-Grundkurs oder Physikstunden über Solarstrom.
Für den Bau der künftigen Versammlungs- und Speisehalle stiegen sie schließlich in die Lehmgrube und halfen bei der Ziegelherstellung.
Das beste Tagesergebnis waren 450 Ziegel“ berichtet Pfarrerin Katrin Weidemann, die die Reise vorbereitet und als Leiterin begleitet hat.
„Die Erfahrungen, die die Jugendlichen miteinander machten, zählen aber weit mehr.“
- Hier kann der Hinweis auf einen Vortragsabend mit Bildern der Reise in der jeweiligen Gemeinde stehen.
Machten intensive Erfahrungen miteinander: Die deutschen Jugendlichen und ihre tansanische Begegnungsgruppe
2008-10-27,
Tansania
Drei Fragen an die Dekanatsmissionsbeauftragte, Pfr. Katrin Weidemann
1) Was hat die achtjährige Partnerschaft bewegen können ?
Die Tumaini-Sekundarschule ist in den vergangenen 8 Jahren erstaunlich gewachsen. Wo anfangs 60 Schüler ausgebildet wurden, leben und lernen mittlerweile gut 400 Schüler und Schülerinnen.
Dies war möglich durch die kontinuierliche Unterstützung beim Bau neuer Häuser. Zwei große Schlafhaus-Komplexe für Schüler sind entstanden genauso wie ein neuer Klassenzimmertrakt,
alles durch Spenden aus den Gemeinden unseres Dekanats Freising. Der große Ausbildungsdruck in Tansania hat auch andere Unterstützer motiviert, zu helfen. So hat der Echinger Arbeitskreis
Entwicklungshilfe den Bau eines eigenen Schlafhauses "Eching" finanziert. Neben den sichtbaren Gebäuden ist auch die Beziehung zu unseren Partnern in Tanzania stetig gewachsen.
Wechselseitige Besuche waren dabei ganz wichtig, zuletzt die Reise unserer Freisinger Jugendgruppe nach Tansania. Die Jugendlichen haben zusammen gelebt, zusammen gearbeitet, Gottesdienste
gefeiert - und sich dabei intensiv kennen- und schätzen gelernt. Was da an Beziehung entstanden ist, geht jetzt weiter. Manche überlegen schon, ihren Zivildienst oder ein freiwilliges
soziales Jahr in Tansania zu leisten.
2) Wo liegen die Hauptschwierigkeiten von bayrisch-tansanischer Entwicklungshilfearbeit - wo gibt es "Kommunikations-Störungen"?
Technisch gesehen ist die Kommunikation mit Tansania durch den Ausbau der Mobilfunknetze dort in den letzten Jahren sehr viel einfacher geworden.
Bischof Mtenji oder der Schulleiter rufen mich regelmäßig an oder schicken eine SMS - da werde ich dann oft um fünf Uhr früh geweckt, weil sie den
Zeitunterschied vergessen (lacht). Aber so erfahre ich den aktuellen Stand z.B. bei den Schulanmeldungen oder wir tauschen einfach Grüße aus.
Der persönliche Kontakt, das Wissen voneinander, was die anderen gerade bewegt und beschäftigt, ist sehr wichtig. Die Telefonate ersetzen zwar
keinen Besuch, aber halten doch die persönliche Nähe.
Für eine kontinuierliche Fortsetzung der Partnerschaft sind regelmäßige Begegnungen aber weiterhin enorm wichtig. Trotz aller technischen
Kommunikation ist es entscheidend, sich jedes Jahr persönlich zu sehen. Nur so kann kontinuierlicher Austausch und Beratung vor Ort geschehen.
3) Worin bestehen konkret die wichtigsten Projekte?
Nach dem großen zahlenmäßigen Wachstum ist jetzt die qualitative Verbesserung der Lebensbedingungen dringend notwendig. Das aktuelle
Projekt in Tumaini ist deshalb die Versorgung mit sauberem Trinkwasser. Die bisherigen Brunnen sind mit der Wasserversorgung für so großen
Schülerzahlen überfordert, auch ist das Wasser-Leitungssystem größtenteils marode. Wir planen deshalb, auf dem Schulgelände
einen Tiefbohrbrunnen bohren zu lassen - hier laufen gerade die Vorarbeiten. Die Sanierung des bestehenden Leitungssystems wird von der Schule als
Eigenbeitrag geleistet. Solch ein Eigenanteil ist bei jedem Projekt wichtig - beim Bau eines neuen Hauses z.B.
wurden die Ziegel von den Schülern und Schülerinnen in Tumaini immer in Eigenleistung hergestellt. Neu ist, dass es künftig auch einen
Haustechniker geben wird, der sich um Unterhalt und Wartung der Einrichtungen kümmert. Als wichtiges Projekt wird auch die Schulgeld-Unterstützung einzelner
Schüler weiterlaufen. Mit 250 € kann ein Jugendlicher ein Jahr lang untergebracht, verpflegt und ausgebildet werden. In diesem Jahr gab es
in Tansania durch Überflutungen auf den Feldern große Ernteausfälle, die Familien haben keinen Überschuß zu verkaufen, also
kein Geld. Nur durch die
Schulgeld-Spenden aus Deutschland ist es vielen Kindern möglich, die weiterführende Schule zu besuchen.